Neuigkeiten aus dem Hessischen Kegelspiel
12. Krippenausstellung der Hünfelder Krippenfreunde
Krippenausstellung 2009 - Krippenfreunde Hünfeld
 
Krippenausstellung 2009 - Krippenfreunde Hünfeld
 
Krippenausstellung 2009 - Krippenfreunde Hünfeld
 
„Bethlehem ist überall“

Hünfeld. Die diesjährige Ausstellung der Hünfelder Krippenfreunde unter dem Titel „Bethlehem ist überall“ öffnet am Samstag, 28. November, um 11 Uhr ihre Pforten, die die Besucher mit einer ungewöhnlichen Sonderausstellung überraschen wird. Die Ausstellung ist bis zum 10. Januar in der Alten Kirche in Sargenzell zu sehen.

Schon zur guten Tradition bei den Hünfelder Ausstellungen ist es geworden, das Schiff der Alten Kirche den einheimischen Krippen aus dem Rhöner Land sowie den Krippen aus aller Welt vorzubehalten. Im Mittelpunkt wird die im Chorraum gezeigte Sonderausstellung „Weihnachtskrippen aus Papier, gemalte Kostbarkeiten alter und neuer Zeit“ stehen, die sich einer Sonderform der Krippe widmet, die man wegen ihrer preisgünstigen Beschaffung für die breite Masse und platzsparender Aufbewahrung lange Zeit als etwas geringschätzig als „Arme-Leute-Krippe“ bezeichnet hat. Dabei haben sich sowohl volkstümliche Krippenmaler als auch bekannte Krippenschnitzer – letztere nach dem Krippenverbot ab Ende des 18. Jahrhunderts und dem daraus resultierenden Mangel an Aufträgen wohl mehr der Not gehorchend – sowie die Zunft der Kupferstecher intensiv mit der Papierkrippe beschäftigt.

Schon im 17. Jahrhundert kamen als Neuheit zu den bereits bekannten geschnitzten, modellierten oder wachsbossierten Krippenfiguren solche aus Papier dazu. Die wohlvertrauten Akteure des Weihnachtsgeschehens wurden zuerst gemalt, dann ausgeschnitten und in einer Landschaft szenisch angeordnet. Als sich im 19. Jahrhundert die Weihnachtskrippe immer mehr verbreitete, entstanden auch bei den Papierkrippen zahlreiche neue Variationen: auf Holz geklebt und mit der Laubsäge ausgeschnittene Papierfiguren, zu vielfigurigen Krippenlandschaften zusammengestellt; faltbare Kulissenkrippen, böse Zungen bezeichneten sie auch als „Faulenzerkrippen“; Theaterkrippen; Aufstellbilderbücher mit ausklappbarer Krippe; Luxuspapierkrippen, nicht zuletzt auch große Bretterkrippen, die ihren Platz in Kirchen hatten.

In den Kriegszeiten gingen viele dieser Stücke verloren, später galten sie als nicht mehr dem Zeitgeist entsprechend. Erst seit einigen Jahren wird ihnen wieder mehr Aufmerksamkeit zuteil. Man hat erkannt, dass es nicht zuletzt die Papierkrippe war, die einen wesentlichen Anteil an der Verbreitung der Weihnachtskrippe in Europa hatte.

Auf der Empore der Alten Kirche werden Vereinsmitglieder einige ihrer schönsten neugeschaffenen Krippen zeigen, beeindruckende Beispiele aktiven Vereinsschaffens. Eine Krippenwerkstatt mit Atelierdemonstrationen sowie ein vereinseigener Verkaufsstand, an dem der Krippenfreund manch Nützliches zur Krippe erwerben kann, runden das große Spektrum der diesjährigen Präsentation ab.

Die Krippenausstellung ist von Montag bis Freitag von 14 Uhr bis 17 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Sie ist an Heiligabend und Silvester geschlossen. Gruppen mit Sonderführung könne sich unter der Telefonnummer (06652) 1482 anmelden.
 
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