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Gemeindemuseum Burghaun: Vortrag über Hoheneck, das DDR-Frauenzuchthaus

4. Oktober - 15:00 - 18:00

Hoheneck – Das DDR-Frauenzuchthaus. Eine Erkundung zu einem düsteren Kapitel der
DDR-Wirklichkeit
„Tolle DDR-Tugenden? Was ist das für ein Mist?“, so eine ehemalige Inhaftierte, als sie kurz
nach der Wende in einer DDR-Frauenzeitschrift einen Artikel entdeckte, der Hoheneck lobte
und die „schönen Zellen“ beschrieb.
Was verbirgt sich hinter der ehemaligen Schlossanlage Hoheneck bei Stolberg im Erzgebirge?
Von der Ersterwähnung als Residenz im 13. Jahrhundert über den Bau eines sächsischen
„Weiberzuchthauses“ Mitte des 19. Jahrhunderts diente es den jeweiligen Machthabern als
Jagdschloss oder als Gefängnis. Ab 1950 machte es sich die Sowjets zunutze, die 1950 etwa
2000 Frauen und 30 Kleinkinder einsperrte und auf 600 Plätze verteilte, ehe es die
Staatssicherheit der DDR übernahm und als zentrale Haftanstalt für Frauen einrichtete, die bis
zur Wende existierte.
Erschütternde Berichte inhaftierter Frauen bilden eine Strafverfolgungs- und
Strafvollzugspraxis ab, die unmenschlich, zersetzend und entwürdigend das System der DDR
offenbart. Verbindungaufnahme mit Angehörigen im Westen, Fluchtversuche, Antragsteller
auf ständige Ausreise, die sich auf das Helsinki-Abkommen oder auf Amnesty International
beriefen, führten in den Fokus des MfS. Festnahme „zur Klärung eines Sachverhalts“,
Gerichtsurteile und Inhaftierung waren die Folge.
Referent des bildgestützten Vortrages am 04. Oktober um 15:00 Uhr im Gemeindemuseum
Burghaun ist Wolfgang Christmann, langjähriger ehrenamtlicher Mitarbeiter in der
Gedenkstätte Point Alpha. Er zeigt Wege auf vom Anlass einer Festnahme, der Inhaftierung
mit Gerichtsurteil und Haftvollzug in Hoheneck mit überbelegten Zellen bis zu abgestuften
Disziplinarmaßnahmen mit Dunkel- und Wasserzellen. Für viele Häftlinge in DDR
Haftanstalten öffnete sich im Gefängnis Kassberg die Tür zur Ausreise in den Westen, weil sie
von der Bundesrepublik aus humanitären Gründen freigekauft wurden. Auch diesen Teil
deutsch-deutscher Geschichte wird der Referent mit einbeziehen. Leseproben betroffener
Frauen runden das Bild des Vortrags ab.
Im Anschluss besteht bei Kaffee und Kuchen die Möglichkeit zum Austausch sowie zur
Besichtigung des Museums, das wie gewohnt bis 18 Uhr geöffnet sein wird.

Details

  • Datum: 4. Oktober
  • Zeit:
    15:00 - 18:00

Veranstaltungsort